Krypto-Steuer in Deutschland: Änderungen 2026 und 2027
Die Krypto-Steuer in Deutschland gehört zu den großzügigsten Regelungen in Europa: Gewinne aus privat gehaltenen Kryptowerten sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Ob das so bleibt, wird politisch diskutiert, und gleichzeitig bekommt das Finanzamt ab 2026 deutlich mehr Daten von Krypto-Plattformen. In diesem Überblick erklären wir, was heute gilt, wie der Stand der Debatte um die Haltefrist ist, was mit Bestandsschutz gemeint ist, was DAC8 bedeutet, welche Pflichten das BMF-Schreiben 2025 betont und was du jetzt schon tun kannst.
Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Gesetzesvorhaben können sich bis zur Verabschiedung ändern; maßgeblich ist der im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Text.
Was heute gilt: Haltefrist und Freigrenze
| Regel | Inhalt |
|---|---|
| Einordnung | Private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG |
| Haltefrist | Nach mehr als einem Jahr steuerfrei |
| Freigrenze | 1.000 Euro Gesamtgewinn pro Jahr, darüber voll steuerpflichtig |
| Steuersatz | Persönlicher Einkommensteuersatz |
| Staking und Lending | Erträge als sonstige Einkünfte bei Zufluss |
Grundlagen und Rechenbeispiele: Krypto-Steuer.
Haltefrist abschaffen? Der Stand der Debatte
Seit Jahren gibt es Vorschläge, die einjährige Haltefrist für Kryptowerte abzuschaffen und Gewinne wie Aktiengewinne pauschal mit Abgeltungsteuer zu besteuern. Befürworter sprechen von Gleichbehandlung mit Wertpapieren, Gegner von einem Standortnachteil für Deutschland. Im Koalitionsvertrag 2025 ist keine konkrete Abschaffung festgeschrieben, die Diskussion taucht aber in Haushalts- und Steuerdebatten immer wieder auf. Stand Oktober 2026 gilt die Haltefrist weiter. Ein Gesetzentwurf müsste Bundestag und Bundesrat passieren, und eine Änderung würde in der Regel erst ab einem künftigen Stichtag wirken.
Bestandsschutz: was für Altbestände diskutiert wird
Falls die Haltefrist fällt, stellt sich die Frage, was mit bereits gekauften Coins passiert. Diskutiert wird typischerweise ein Bestandsschutz: Kryptowerte, die vor einem Stichtag angeschafft wurden, könnten nach altem Recht steuerfrei bleiben. Ob und wie das kommt, ist offen. Wichtig ist schon jetzt, dass du das Anschaffungsdatum jedes Coins belegen kannst, denn ohne Nachweis hilft auch ein Bestandsschutz nicht. Bei Coins, die zwischen mehreren Wallets und Plattformen gewandert sind, ist die lückenlose Dokumentation besonders aufwendig, aber umso wichtiger.
DAC8: Plattformen melden ab 2026 Daten ans Finanzamt
Mit der EU-Richtlinie DAC8 und dem deutschen Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz erheben Krypto-Dienstleister seit dem 1. Januar 2026 Daten zu Transaktionen ihrer Kundschaft. Die erste Meldung an die Finanzverwaltung erfolgt 2027 für das Jahr 2026, und die Daten werden zwischen EU-Staaten ausgetauscht. Damit sieht das Finanzamt Käufe, Verkäufe und Transfers auch bei Plattformen in anderen EU-Ländern. Wer Gewinne bisher nicht angegeben hat, sollte das ernst nehmen. Wie du USDT oder andere Coins steuerlich sauber in Euro tauschst: USDT auszahlen.
BMF-Schreiben 2025: Dokumentation und Mitwirkung
Das Bundesfinanzministerium hat seine Verwaltungsanweisung zu Kryptowerten im März 2025 überarbeitet. Betont werden die Mitwirkungs- und Dokumentationspflichten: Steuerpflichtige müssen ihre Transaktionen nachvollziehbar belegen können, etwa durch Exporte der Plattformen und Wallet-Adressen. Fehlen Nachweise, kann das Finanzamt schätzen, was meist ungünstig ausfällt.
Was du jetzt schon tun kannst
- Exportiere jährlich alle Transaktionen von jeder Plattform.
- Dokumentiere Wallet-Adressen und Transfers zwischen eigenen Wallets.
- Nutze ein Steuer-Tool, um FIFO und Haltefristen sauber zu berechnen: Krypto-Steuer-Tool.
- Prüfe, ob du die Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr überschreitest.
- Hol dir bei größeren Beträgen Rat von einer Steuerberatung, bevor du verkaufst.
- Bewahre die Unterlagen mindestens zehn Jahre auf.
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Gilt die Krypto-Haltefrist 2026 noch?
Ja, Stand Oktober 2026 sind Gewinne nach mehr als einem Jahr steuerfrei.
Wird die Haltefrist abgeschafft?
Das wird diskutiert, ein beschlossenes Gesetz gibt es Stand Oktober 2026 nicht.
Was ist DAC8?
Eine EU-Richtlinie, nach der Krypto-Plattformen seit 2026 Daten erheben und ans Finanzamt melden.
Wie hoch ist die Freigrenze?
1.000 Euro Gesamtgewinn pro Jahr; darüber ist alles steuerpflichtig.