FINMA und Kryptowährungen: Regeln und Bewilligungen
FINMA und Krypto: Die Schweiz gilt als einer der Vorreiter bei der Regulierung von Kryptowährungen. Statt eines eigenen Krypto-Gesetzes passt sie bestehende Finanzgesetze an und hat mit dem DLT-Gesetz neue Möglichkeiten geschaffen. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA wendet diese Regeln an und warnt vor unbewilligten Anbietern. In diesem Artikel erklären wir, wie die Schweiz Krypto reguliert, welche Bewilligungen es gibt, was die FINMA zu Stablecoins sagt, wie Sie Anbieter prüfen und warum MiCA in der Schweiz nicht gilt.
Dieser Artikel dient der Information und ist keine Rechtsberatung. Die Regulierung entwickelt sich weiter; massgeblich sind die aktuellen Publikationen von FINMA und Bund.
Wie die Schweiz Krypto reguliert: DLT-Gesetz
Seit 2021 ist das sogenannte DLT-Gesetz in Kraft, ein Mantelgesetz, das mehrere Bundesgesetze an die Blockchain-Technologie anpasst. Es schuf zum Beispiel Registerwertrechte, also Wertpapiere auf einer Blockchain, regelte die Aussonderung von Kryptowerten im Konkurs und führte eine neue Bewilligung für DLT-Handelssysteme ein. Grundsätzlich gilt das Prinzip «gleiche Risiken, gleiche Regeln»: Was wirtschaftlich wie ein Wertpapier oder eine Einlage funktioniert, wird auch so behandelt.
Welche Bewilligungen es gibt
| Bewilligung oder Pflicht | Für wen |
|---|---|
| Anschluss an eine Selbstregulierungsorganisation (SRO) | Viele Krypto-Dienstleister, etwa Wechselstuben, für die Geldwäschereiregeln |
| Fintech-Bewilligung | Anbieter, die Publikumseinlagen bis zu einer Höchstgrenze entgegennehmen, ohne sie anzulegen |
| Bankbewilligung | Krypto-Banken mit vollem Bankgeschäft |
| Wertpapierhaus | Handel mit tokenisierten Wertpapieren |
| DLT-Handelssystem | Handelsplätze für DLT-Effekten |
Stablecoins und FINMA-Aufsichtsmitteilungen
In ihrer Aufsichtsmitteilung 06/2024 hat die FINMA erklärt, wie sie Stablecoin-Projekte beurteilt. Häufig werden Stablecoins mit Ausfallgarantien von Banken herausgegeben; die FINMA verlangt, dass solche Garantien bestimmte Mindestanforderungen erfüllen, damit Inhaber im Fall von Problemen tatsächlich geschützt sind. Zudem betont sie die Pflicht zur Identifikation aller Inhaber bei Geldwäschereirisiken. Für den Alltag heisst das: Nicht jeder in der Schweiz angebotene Stablecoin ist automatisch sicher. Prüfen Sie, wer den Stablecoin ausgibt, wie er abgesichert ist und ob er jederzeit zurückgetauscht werden kann.
Anbieter prüfen und FINMA-Warnliste
- Auf der FINMA-Website prüfen, ob der Anbieter eine Bewilligung hat oder einer SRO angeschlossen ist.
- Die FINMA-Warnliste nach dem Namen durchsuchen; dort stehen Firmen, die möglicherweise ohne Bewilligung tätig sind.
- Für deutsche Anbieter auch die BaFin-Warnungen beachten: BaFin-Warnliste.
- Bei fehlender Bewilligung kein Geld überweisen, auch wenn Werbung mit Prominenten oder Erfolgsgeschichten wirbt.
Seriöse Wege zum Kauf in der Schweiz: Bitcoin kaufen in der Schweiz. Franken-Werte von Stablecoins: USDT in CHF.
MiCA gilt nicht: was das für Schweizer bedeutet
Die EU-Verordnung MiCA gilt in der Schweiz nicht, da die Schweiz kein EU-Mitglied ist. Schweizer Anbieter brauchen keine MiCA-Lizenz für den Schweizer Markt, müssen aber eine EU-Zulassung haben, wenn sie Kunden in der EU aktiv bedienen wollen. Für Schweizer Nutzer kann das bedeuten, dass bestimmte Stablecoins wie USDT bei Schweizer Anbietern weiter erhältlich sind, während EU-Plattformen sie eingeschränkt haben.
Geplante Neuerungen
Der Bundesrat hat Vorschläge für neue Bewilligungskategorien für Zahlungsmittel- und Krypto-Institute in die Vernehmlassung gegeben, um Stablecoins und Krypto-Dienstleistungen gezielter zu regeln. Bis zum Inkrafttreten gelten die bisherigen Regeln. Für Privatpersonen ändert sich dadurch kurzfristig wenig: Wichtig bleibt, Anbieter vor einer Überweisung zu prüfen, keine Versprechen fester Renditen zu glauben und Kryptowerte, die man langfristig hält, in einer eigenen Wallet aufzubewahren. Wer nebenbei mit Krypto Geld verdienen möchte, findet hier einen Überblick: nebenbei Geld verdienen in der Schweiz.
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Braucht ein Krypto-Anbieter in der Schweiz eine FINMA-Lizenz?
Je nach Tätigkeit eine Bewilligung oder mindestens den Anschluss an eine SRO.
Gilt MiCA in der Schweiz?
Nein, MiCA ist EU-Recht; die Schweiz hat eigene Regeln.
Was ist die FINMA-Warnliste?
Eine Liste von Firmen, die möglicherweise ohne Bewilligung tätig sind.
Was sagt die FINMA zu Stablecoins?
Aufsichtsmitteilung 06/2024 stellt Mindestanforderungen an Ausfallgarantien.